16.12.07 13:10 Alter: 4 Jahre
Botcha-Showdown in Hvide Sand
Von: Akeem
Nachdem Akeem seinen Meistertitel aus seinem letzten Turniersieg in Hou über zwei Jahre lang unangefochten halten konnte, war es Ende November dieses Jahres mal wieder Zeit für eine ordentliche Boccialiga auf neutralem Boden.
Dass es diesmal zeitlich nur für einen Siebentagefight gereicht hat (Standarddistanz sind sonst 14 Tage), ist zwar ein Schönheitsfehler, aber beide Kontrahenten hatten sich im Vorfeld mit diesen reduzierten Bedingungen einverstanden erklärt.

Die derbe dänische Witterung schonte weder Mann noch Material
Die Spieldisziplin war lascher als gewohnt. Gleich am ersten Tag fiel das Spiel wegen Starkwindes aus. In Testspielen musste die – dieses Jahr weiße – rote Kugel festgetackert werden, um nicht wegzuwehen. Am Mittwoch fiel ein weiterer Spieltag aus, der erst am Freitag nachgeholt wurde. Der Grund war auch hier das strenge Wetter und keinesfalls mangelnde Motivation der Teilnehmenden, die sich auch 2007 nichts geschenkt haben.
Nach den ersten beiden Spieltagen hatte sich Akeem lediglich einen minimalen Vorsprung in der Spielpunktwertung erarbeitet, während es bei den Matchpunkten ausgeglichen stand. Auch in der neuen Disziplin „Mann, wirf die Wand an!“, bei der jeder Spieler so dicht wie möglich ans Haus werfen muss ohne es jedoch zu berühren, herrschte noch Ausgleich. Am dritten Spieltag konnte Akeem sich in den ersten beiden Wertungen weiter absetzen, musste allerdings den Wandpunkt an Mick abgeben.

Träger der rosa Kappe (gelb gab's nicht) war die meiste Zeit Akeem
Den Höhepunkt der Liga sollte der vierte Spieltag markieren. An diesem Mittwoch wurden nicht weniger als 35 Durchgänge gespielt, bis endlich ein Tagessieger feststand (zum Vergleich: Die ersten beiden Tage dauerten jeweils 4 Durchgänge). Das Reglement sah dieses Jahr nämlich vor, dass ein Spieltag erst dann beendet ist, wenn einer der Spieler drei Durchgänge in Folge gewonnen hat. So gab es während des ca. eineinhalbstündigen Verlaufs immer wieder Matchkugeln für den einen oder anderen, doch immer konnte die Serie in letzter Minute noch wieder unterbrochen werden. Spieler, Zuschauer, Turnierleitung und Kommentator fühlten sich unweigerlich an das legendäre Lügenduell zwischen Käpt’n Blaubär und Nussram Fakhir in Atlantis erinnert. Mit dem Endstand von säge und schraube 113 zu 95 konnte Mick schließlich den Ausgleich in allen drei Wertungen erreichen.
Übrigens wurde vor und während der Liga durchaus erwogen, die Regeln dahingehend zu ändern, dass ein Unentschieden eine Serie von gewonnenen Spielen unterbricht, um so längere Spieltage zu ermöglichen. Nicht auszudenken, wie lange dieses Ringen mit dieser Änderung gedauert hätte, in dem es an Remisen nicht mangelte. Auch eine zweite Regelbesonderheit wurde im Laufe des Wettkampfs diskutiert und konkretisiert. So konnten die Spieler in Durchgängen, in denen Sie die drei besten Kugeln gelegt haben (sonst als Zehner gewertet), das Recht erwerben, in einem späteren Durchgang die Holzkugel nach den ersten Kugeln beider Spieler erneut zu werfen. Hier bedurfte es noch der Festlegung, dass bei beiderseitigem Wunsch der Zweitwerfende das Vorrecht hat. Im Laufe des Marathonspieltags hatte Mick hier einen kleinen, aber womöglich entscheidenden Vorsprung erreicht.

Anti-Rolling-Stones: Keine Chance für Akeems bewährte Rolltechnik...
Die Vorentscheidung fiel dann am Freitag, als Spieltag 5 und 6 ausgetragen wurden, welche Mick beide für sich verbuchen konnte. Damit hatte er einen uneinholbaren Vorsprung auf seinem Matchpunktekonto und auch bei den Spielpunkten bestand nur noch eine theoretische Möglichkeit für Akeem auszugleichen. Am Abreisetag blieb also das große Finale aus. Bei Wind und Regen gewann Mick den letzten Spieltag, während Akeem sich jedoch den Sieg in der Wandwertung sicherte.

... dafür konnte Mick mit präziser Wurftechnik punkten.
Alles in allem ein spannendes Turnier, bei dem Mick mit der besseren Konstanz überzeugen konnte. Insbesondere am Strand – traditionelles Heimspielterrain für Akeem – kam er besser mit dem Gefälle und dem durch die vielen Steine fehlenden Freiflächen zurecht und punktete besonders auf lange Distanzen.